Der zweite Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der jüdischen Kultur in ihrer ursprünglich existierenden Form und steht in lebhaftem Gegensatz zu dem, was im ersten Teil gezeigt wird. Der Grund liegt darin, dass sich in den Relikten die heute noch in den Dörfern und Städten Galiziens vorzufinden sind, viele Anzeichen einstiger Kraft und Reichhaltigkeit der jüdischen Kultur erkennen lassen. Große, sogar monumentale Synagogen, sowohl in den Dörfen als auch in größeren Städten, sind Indizien dafür, wie stark verwurzelt die jüdischen Gemeinden nach acht Jahrhunderten im polnischen Kulturraum waren. Die Kunst und Architektur der galizischen Synagogen war stark von mystischen Ideen geprägt, was sich in einer Vielfalt an dekorativen Elementen sowohl in der inneren als auch äußeren Gestaltung der Synagogen widerspiegelt. Die Kunst, die diese Synagogen ausmacht, existiert fast nirgendwo sonst, weder in den Vereinigten Staaten noch in Israel, nicht in Großbritannien oder anderen Ländern, in denen heute Juden polnischer Abstammung leben. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb die heute noch in Polen vorzufindenden Überreste jüdischer Vergangenheit von solch besonderem Wert sind.
Einige wenige hebräische Inschriften sind noch heute in den Strassen
Polens zu finden. In diesem Gebäude in Kazimierz, dem ehemaligen jüdischen
Stadteil Krakaus, befand sich ein kleines, im Jahre 1810 gegründetes
Gebetshaus.
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